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Stimmtherapie mit der Stimmig-sein-Methode®

Zur Entstehung der Stimmig-sein-Methode® – meine Behandlungsmethode:

Die Stimmig-sein-Methode® ist eine Weiterentwicklung der Funktionalen Methode nach Gisela Rohmert, welche im Lichtenberger Institut für Gesang und Instrumentalspiel gelehrt wird und auch in der Stimmtherapie Einsatz findet. Diese auch als Lichtenberger Methode bekannte Gesangspädagogik hat als erste Funktionale Gesangsmethode eine Herangehensweise geschaffen, welche über das Hören von bestimmten Obertonfrequenzen und über das Zulassen des Vibratos in der Stimme eine Selbstorganisation der Stimme auslöst.

Diese Methode wird bereits vielfach in der Logopädie in der Stimmtherapie eingesetzt. Uta Feuerstein hat mit ihrem Buch „Stimmig sein. – Die Selbstregulation der Stimme in Gesang und Stimmtherapie.“ im Jahr 2000 einen entscheidenden Beitrag zur Übertragung dieser eigentlich für den Gesang entwickelten Stimmbildungsmethode auf die Stimmtherapie (Therapie von Stimmstörungen) zu übertragen. Die Stimmig-sein-Methode® kann auch aufgrund ihrer Übertragung im Bereich von funktionellen und organischen Stimmstörungen (Dysphonien) auch bei Patienten und Patientinnen ohne jede Gesangserfahrung eingesetzt werden.

Im Jahr 2001 hat sie zusammen mit der Dipl.-Psychologin Uta Himmelmann einen weiterführenden Ansatz entwickelt, mit dem zusätzlich auch psychische Mitbedingsungsfaktoren einer Stimmstörung, also auch psychogene Dysphonien behandelt werden können. Diese weiterführende Methode hat den Namen „Stimmig-sein-Methode“ erhalten.

Stimmtherapie – Die Selbstorganisation der Stimme über das Hören:

In der Stimmig-sein-Methode® organisiert sich die Stimme über eine bewusste Hörweise von selbst: Im Ohr liegt ein obertonreicher „Klangcode“ verankert, der – wenn wir ihn wahrnehmen – eine Verbesserung des Tonus (Spannungsgrad der Muskeln) im gesamten Körper bewirkt. Dadurch werden funktionale Abläufe wie z.B. das Zusammenspiel der Kehlkopfmuskeln, Atmung, Haltung usw. harmonisiert. (Funktionale Selbstorganisation der Stimme).

Stimme und Psyche: Doch Stimme ist mehr als nur das perfekte Zusammenspiel verschiedener Muskeln: Im Singen und Sprechen drücken sich auch Stimmungen oder Unstimmigkeiten aus: Wenn wir nicht mit uns im Einklang sind, wird die Schutzfunktion der Kehle (z.B. als “Kloß im Hals”) innerviert, was den Klang angestrengt und gepresst klingen lassen kann. Wenn wir jedoch eigenmächtig und authentisch unsere “innere Stimme” sprechen lassen, bekommen wir einen raumgreifenden und gleichzeitig anstrengungslosen Klang.

Stimmtherapie – Die Selbstorganisation der Stimme über die Psyche:

Diese Zusammenhänge macht sich die Stimmig-sein-Methode® zunutze, indem man über das bewusste Hören des Stimmklangs eine bessere Wahrnehmung für die eigenen Bedürfnisse und Gefühle entwickelt und so die “innere Stimme” stimmlich wie psychisch befreien kann. (Psychointegrale Selbstorganisation der Stimme). Die Stimmig-sein-Methode® eignet sich daher hervorragend für den Einsatz bei funktionellen und psychogenen Dysphonien. Aber auch bei organischen Dysphonien kann er die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen und durch die verbesserte Schwingfähigkeit der Stimmlippen zum Beispiel dazu beitragen, dass sich Schwellungen auf den Stimmbändern auflösen oder dass eine gelähmte Stimmlippe wieder zum Mitschwingen angeregt wird (dies ist nur bei reinnervierbaren Stimmlippen möglich). Funktionelle Fehlspannungen, die sich nach einer organischen Stimmstörungen aufgebaut haben, werden abgebaut. Diese Stimmtherapiemethode kann auch hervorragend in der Therapie von Redeflusstörungen eingesetzt werden.

Stottern und Poltern haben oft eine Stimmstörung als Basis:

Stottern und Potern gehen oft mit einem gestörten Stimmklang einher. Hinzu kommen Verspannungen in der Atmungs,- Phonations- und Artikulationsmuskulatur. Dies alles kann mit der Stimmig-sein-Methode® behandelt werden und der Redefluss optimiert werden. Auch kann in der SStimmig-sein-Methode® der psychische Askekt der Redeflussstörung bearbeitet werden.

Impressum

Stimmtherapiepraxis
Uta Feuerstein
Mauritiussteinweg 2
50676 Köln

Telefon: 0221 – 420 378 49
Telefax: 0221 – 80 163 19
E-Mail: info[at]stimmigsein.de

Vertretungsberechtigte Geschäftsführerin: Uta Feuerstein
Inhaltlich Verantwortliche gemäß § 6 MDStV: Uta Feuerstein

Design und Konzeption: Uta Feuerstein
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Verordnung von logopädischen Therapien

Wenn Sie Symptome einer Stimmstörung bei sich vermuten, brauchen Sie für die Behandlung in meiner Praxis immer eine HNO-ärztliche oder phoniatrische Verordnung bzw. Heilhilfsmittelverordnung für eine logopädische Therapie. Dies gilt auch für Privatpatienten. Ärztlicherseits wird untersucht, ob Stimmstörungen vorliegen oder ob es sich um eine andere Erkrankung handelt. Durch die Budgetierung sind die Ärtze in ihrem Handlungsspielraum eingeschränkt. Gab es früher häufiger Verordnungen bei Funktionellen Stimmstörungen, so werden heutzutage viele Patienten mit reiner Heiserkeit ohne organische Beteiligung oft dadurch verwirrt, dass Ihnen bescheinigt wird, ihre Stimmbänder seien (organisch) völlig in Ordnung. Dass stimmt dann auch, es kann aber dennoch eine Stimmstörung vorliegen. Da es aber wenige Menschen gibt, die nicht in irgeneiner Weise eine funktionelle Stimmschwäche haben, ist der Maßstab, wann jemand eine Stimmverordnung benötigt und wann nicht, auch oft schwer zu setzen und hängt sehr vom verordnenden Arzt ab. Häufig bekommen Menschen, die in einem Stimmberuf arbeiten eher eine Verordnung ausgestellt als Menschen, die eine eher schweigende Tätigkeit ausüben.

Dauer und Sequenz von Stimmtherapien

Stimmtherapien werden in der Regel 1-2 Mal pro Woche durchgeführt und meist bei entsprechender Mitarbeit des Patienten nach ca.10 – 30 Stunden geheilt. Bei organischen Stimmstörungen, einer langen Krankheitsgeschichte und bei einer starken psychischen Verursachung kann die Dauer auch länger betragen.

Zuzahlung bei Stimmtherapie

Von Seiten der Krankenkassen müssen Sie für jedes 10-er Rezept zu Behandlung eine Gebühr von 10 % des Rezeptwertes plus 10 Euro bezahlen. Hiervon können Sie sich bei geringem Verdienst evtl. vorher befreien lassen – allerdings muss diese Befreiung bereits vorliegen, wenn Sie die Stimmtherapie verordnet bekommen.

Stottern

Die meisten Menschen, die im Erwachsenenleben noch vom Stottern betroffen sind, haben eine lange Therapie-Odyssee hinter sich, fühlen sich über- oder austherapiert und haben häufig die Hoffnung aufgegeben, dass sich noch etwas ändern könnte. Stotterer zu sein ist zur Identität geworden. In der Stimmig-sein-Methode® können Sie lernen, die psychischen Faktoren, die mit dem Stottern einhergehen, wahrzunehmen: wann beginnt die Atmung zu blockieren, wann stockt die Stimme und wann verkrampft sich die Muskulatur? Es gibt für jeden Stotterer Zeiten, in denen er oder sie störungsfreier ist. Hier kann man in der Therapie gezielt herausfinden, was in solchen Situationen anders ist: meist fühlt sich der/ die KlientIn in solchen Situationen sicherer: in der Stimmig-sein-Methode® sprechen wir bei dem Gefühl, was sich dort einstellt, von „Eigenmacht“.
Ziel der psychointegralen Herangehensweise in der Stotterertherapie ist es über die Stimme herauszufinden, wie man seine Eigenmacht im Leben vermehren kann. Dabei nähert man sich in der Vorstellung verschiedenen Situationen und tönt mit der Stimme und erlebt unmittelbar im Klang die Auswirkungen besserer oder schlechterer Copingstrategien.

Die Funktionale Arbeit mit der Stimmig-sein-Methode® löst durch die Selsbtregulation über den Stimmklang Verspannungen im gesamten Körper (also auch im Bereich von Atmung und Artikulation). Anschließend wird daraufhin gearbeitet, sich diesen Klang immer häufiger im Alltag zunutze zu machen, damit Verspannungen von einem abfallen können und sich das Reden wieder verflüssigt.

Tinnitus

Was ist Tinnitus?

Besingen mit Gesangsformanten
Besingen mit Gesangsformanten

Tinnitus nennt man verschiedenste Ohrgeräusche (Klingeln, Zischen, Rauschen, pfeifen brummen usw.), die man keiner objektiven äußeren Schallquelle zuordnen kann. Der Begriff Tinnitus kommt aus dem lateinischen „tinnitus aurium“ und bedeutet „Ohrenklingeln“. Vorübergehende Ohrgeräusche kennen viele Menschen.

Störend wird ein Ohrgeräusch für die Betroffenen erst dann, wenn es kontinuierlich oder sehr häufig auftritt und auch aufgrund seiner Intensität nicht mehr ignoriert werden kann, es einem die Konzentrationsfähigkeit für auditive Außeneindrücke, die Ruhe und sogar den Schlaf raubt.

Wie kommt es zu Tinnitus?

Tinnitus selbst ist keine Krankheit, sondern tritt häufig als Symptom einer Krankheit auf. Deshalb ist es notwendig, dass zunächst ärztlich nach Ursachen des Tinnitus gesucht wird, um diese beheben zu können. Die häufigste Ursache sind Innenohrschäden durch Einwirkung von zu lautem Schall (z. B. Knalltrauma, Lärmarbeit, Diskothekenlärm) oder durch Hörsturz. Aber auch Halswirbelsäulen-Erkrankungen (Blockierungen, Schleudertrauma), Durchblutungsstörungen, Otosklerose, Innenohr-schädigende Medikamente, Sonstige Innenohrschäden Erkrankungen des Hörnerven (z.B. Akustikusneurinome), Kiefergelenkserkrankungen u.a.werden als Ursachen angegeben.

Manchmal ist die Ursache auch nicht feststellbar.

Die Psychosomatik von Tinnitus – Eine Verbindung von Tinnitus zur Psyche lässt sich an verschiedenen Stellen herstellen.

Einerseits können manche der Tinnitus – auslösenden Krankheiten durch Stress mitbedingt sein wie z.B. beim Hörsturz, bei dem die Ursache weitgehend unbekannt ist. Aber auch Verspannungen im Halswirbelsäulen und Kiefergelenksbereich können psychische Ursachen haben.

Desweiteren findet man bei manchen weitestgehend normalhörigen Tinnitus-Betroffenen vermehrte Impulse der Tinnitusfrequenz aus dem Hörverarbeitenden System (einschließlich des limbischen Systems), welche die Hörzellen innervieren, so dass es denkbar ist, daß hier der Tinnitus u.a. Ausdruck eines seelischen Konfliktes sein könnte.

Aber auch bei Tinnitusformen, die z.B. durch eine Innenohrschädigung entstanden sind, so dass von den geschädigten Hörzellen permanente Hörimpulse an das Gehirn weitergeleitet werden, die in der Außenwelt de facto gar nicht existieren, ist es offenbar eine Frage der eigenen Bewertung dieser Klänge, inwieweit sich der Tinnitus neurologisch „einnistet“. So kann es vorkommen, dass der Tinnitus zunächst ojektiv auf einem Ohr ausgelöst wurde und dann aber auch auf dem anderen Ohr wahrgenommen wird – ein Effekt, der auf einen Lerneffekt des Gehirns zurück zu führen ist. Auch ist die Hörverarbeitung selbst ein höchst sujektives Unterfangen. Inwieweit wir hohe tiefe oder hohe Frequenzen bewusst hören, auf welche Geräusche wir unsere Aufmerksamkeit richten und ob wir bei anderen einfach auf „Durchzug stellen“ und uns somit aktiv vor Lärm schützen, all dies sind Leistungen unseres Gehirns und des Ohres, was letztlich von der Psyche (unserer emotionalen-mentalen Einstellung) gesteuert wird. Tinnitus hat auch enorme Stressfolgen.

Viele von Tinnitus Betroffene leiden an Schlafstörungen, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen und an extremen psychischen Belastungen durch die mangelnde Ruhe. Diese Stressoren können natürlich auch weitere körperliche Probleme verursachen (Verspannungen und hierdurch bedingte Durchblutungsstörungen), was den Tinnitus weiter begünstigt.

Wie viele Menschen leiden an Tinnitus?

Tinnitus gehört mit zur Zeit mehr als 1 Millionen potentiell behandlungsbedürftigen PatientInnen zu den häufigsten Erkrankungen im HNO-Bereich.

Das Vorgehen der Stimmig-sein-Methode® bei Tinnitus

Selbst tönen und Klänge entwickeln, die dem Ohr helfen
Selbst tönen und Klänge entwickeln, die dem Ohr helfen

Ein zentrales Augenmerk liegt in der Stimmig-sein -Methode® auf einer Schulung der Hörwahrnehmung. Man lernt die Vielfalt der Obertöne in Instrumenten und im eigenen Stimmklang kennen und wird geschult auf das Hören von sogenannten Gesangsformanten (Obertongruppen um 3000, 5000 und 8000 Hz).
Bei KlientInnen mit Tinnitus bieten wir zudem das Besingen an, da eine voll-ausgebildete funktionale Stimme mit Gesangsformanten und Vibrato das Ohr und das Gehirn auf vielfältige Weise stimuliert und wichtige Funktionen des Gehörs und den Körpertonus reguliert. Nähere Erläuterungen hierzu weiter unten. Eine andere – oft hilfreiche – Herangehensweise, ist es, die Ohrgeräusche im eigenen Obertonspektrum der Stimme wieder zu finden und sogar zu fördern. Verblüffenderweise erleben wir durch diese Maßnahme einerseits eine Optimierung der Stimmfunktion, andererseits ein Nachlassen oder sogar das Verschwinden der Tinnitusfrequenz. Desweiteren bietet sich die psychointegrale Herangehensweise der Stimmig sein – Methode an.
Wir lassen die KlientInnen insbesondere einen emotionalen Bezug zur Störfrequenz herstellen, was durch spezielle Techniken der Stimmig-sein-Methode® geschieht. Aber auch andere alltägliche Probleme und Stressoren, die den Tinnitus mitbedingt haben könnten, können in einer Beratung mit der Stimmig-sein-Methode® bearbeitet werden.

Die klangtherapeutische Wirkung der Stimmig-sein-Methode®

In der Stimmig-sein-Methode® wird mit obertonreichen Klängen und dabei speziell mit den drei Gesangsformantenfrequenzen von 3000, 5000 und 8000 Hz gearbeitet – da obertonreiche Klänge vom Ohr bevorzugt werden und insbesondere die genannten Frequenzen bei allen Menschen durch verschiedene Mechanismen im Mittelohr verstärkt werden.
Das Hören von und das Singen mit diesen Gesangsformanten führt über neurologische Wege zu einer Verbesserung der Hörverarbeitung, das heißt, es führt zur Dämpfung lauterer, tiefer und isolierter Töne und zur Verstärkung von komplexen und obertonreichen Klängen. Die Eustachische Röhre kann sich unter dem Einfluss von Gesangsformanten öffnen (was auch hilfreich bei chronischen Mittelohrkatharren ist), was aber auch zu idealen Druckverhältnissen im Mittelohr sorgen kann.
Auch führt das Hören von Gesangsfomanten zu einer Normalisierung des Tonus (Spannungsgrad der Muskeln) im gesamten Körper – das heißt: primäre oder sekundäre Tinnitusauslöser im Bereich Verspannungen im Kiefer- und Halswirbelbereich können durch die klangtherapeutische Wirkung dieser Klänge abgebaut werden. (vgl. Feuerstein: Stimmig sein, Junfermann 2000).

Spezielle Auswirkungen auf die Hörverarbeitung

Ein weiterer Effekt ist die Dämpfung tieferer Frequenzen, was bei tieffrequenten Tinnitustönen hilfreich sein kann. Aber auch bei einem hohen Tinnituston kann diese Arbeit sehr hilfreich sein:
Da man sich als Tinnitusbetroffene/r durch die negativen Gefühle zunehmend auf die störende Frequenz konzentiert, führt dies zu einer Verstärkung der efferenten (vom Gehirn gesendeten) Hörsignale für diese Frequenz, was den Ton subjetiv lauter werden läßt. Auch kommt es bei einer dauerhaften Konzentration auf diese Tinnitusfrequenz zu einer Veränderung von Hirnregionen, so dass dauerhaft ein Ohrgeräusch wahrgenommen wird. Dabei tritt der Tinnituston durch die negative Aufmerksamkeit sehr isoliert hervor, andere Höreindrücke werden unterdrückt – eine Leistung unseres Gehirns.
Mit dem Erlernen einer anderen Hörwahrnehmung, in der bewusst auf die komplexe Welt der Obertöne eines Klanges bzw. der eigenen Stimme gelauscht wird, tritt der einzelne Tinnituston in den Hintergrund und reiht sich wieder gleichberechtigter neben anderen Tönen ein. Durch die Stärkung der Tinnitusfrequenz im eigenen Stimmklang und der erlebten postitiven Auswirkungen für die eigenen Stimme, schwächt sich zudem die negative Konzentration auf die gehörte Frequenz ab.

Die psychologische Wirkung der Stimmig-sein-Methode®

Verblüffend kann es auch sein, wenn durch die Hörbarmachung der Störfrequenz im eigenen Klangspektrum ein emotionaler Bezug zu dieser Frequenz hergestellt werden kann und Parallelen zum eigenen Leben gefunden werden.Manche KlientInnen erleben, dass die störende Frequenz – integiert in den eigenen Klang – ungekannte psychische wie klangliche Potenziale freilegen kann und ein bisher nicht gelebtes Gefühl (z.B. Wut) oder Verhalten sich im neuen Stimmklang ausdrücken kann. Auch wird durch das Zulassen der Tinnitusfrequenz im eigenen Stimmklang aus einer Ohnmacht des diesen-Ton-ertragen-müssens ein Machtempfinden, diesen Ton nach außen hörbar werden zu lassen und hierdurch auch ein Stück Kontrolle wieder zu gewinnen. In vielen Tinnitustherapien wird verhaltenstherapeutisch mit Entspannung und gleichzeitiger Zuspielung der Tinnitusfrequenz gearbeitet, um die Folgen der negativen Besetzung der Frequenz zu beheben und damit den Tinnitus abzuschwächen oder zu heilen. In der der Stimmig sein – Methode wird diese Desensibilisierung nicht über konventionelle Entspannungsmethoden, sondern direkt über das Hören von obertonreichen Klängen und das Erleben der positiven Auswirkungen eben jener belastenden Störfrequenz geleistet. Zusätzliche stimmintegrale Lebensberatung kann weitere Stressoren im derzeitigen Leben bearbeiten und bewältigen helfen und den Kreislauf von Stress – Tinnitus – Stress unterbrechen.

Was sind Redeflussstörungen?

Es gibt zwei Redeflussstörungen: Stottern nennt man die verzögerte Rede, bei der man an einzelnen Silben, Lauten oder Wörtern hängenbleibt und einfach nicht flüssig weitersprechen kann. Von Poltern spricht man, wenn man zu schnell spricht, hastig über die Sätze hinweg fliegt und manchmal sogar Laute, Silben oder Worte auslässt, um schneller den Satz zu beenden. Die Sprache ist in diesem Fall sehr verwaschen – im Volksmund spricht man dabei auch vom nuscheln.

Beide Störungen lassen sich mit der Stimmig sein-Methode® auf der Basis einer veränderten Nutzung der Stimme, der Resonanzräume und der über den Klang ausgelösten Selbstregulation des Körpertonus (Spannungsgrad der Muskeln) erfolgreich behandeln. Die psychsiche Komponente der beiden Störungen, welche die Symptome häufig in schwierigen, belastenden Situationen verschlimmert, kann durch den psychointegralen Aspekt der Stimmig sein-Methode® bearbeitet werden.

Was ist eine Organische Stimmstörung oder Organische Dysphonie / Dysodie?

Eine organische Stimmstörung oder Organische Dysphonie wird immer dann als Diagnose gestellt, wenn die Stimmfunktion durch organische Veränderungen gestört oder verursacht ist.

Typische organische Stimmstörungen

Typische organische Stimmstörungen sind z.B. die Stimmlippenknötchen (welche auch häufig Sängerknötchen genannt werden, da häufig Sänger ihre Stimme durch eine falsche Stimmtechnik überbeanspruchen und so irgendwann Schwielen auf den Stimmbändern entwickeln). Viele organische Stimmstörungen lassen sich durch die Umstellung der Stimmtechnik auf die funktionale Phonation, welche mit der Stimmig-sein-Methode® möglich ist, beseitigen. Manche organische Stimmstörungen sind jedoch nur operativ zu beheben – wenn auch gleichwohl eine stimmtherapeutische Nachsorge wichtig ist. Dies ist z.B. häufig bei Stimmpippenpolypen der Fall, wenn diese bereits zu groß geworden sind.

Stimmtherapie mit der Stimmig-sein-Methode® nach Operationen

Stimmstörungen nach Operationen aufgrund der Prozesse der Wundheilung z.B. in der Stimmlippenschleimhaut:
Oft kommt es vor, dass Patienten aufgrund der Missempfindungen bei der Wundheilung eine gewisse Schonhaltung einnehmen, die dazu führen kann, dass die Stimme nicht mehr klar klingt. Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass Verspannungen (Kompensationsversuche) aufgebaut werden, um die Stimme wieder in den Griff zu bekommen. Hier wird Ihnen professionell weitergeholfen, um zu vermeiden, dass sich falsche Muster einschleichen.

Stimmtherapie mit der Stimmig-sein-Methode® nach Schilddrüsenoperationen

Nach einer Schilddrüsen-Operation kann es vorkommen, dass die Stimme eingeschränkt belastbar ist. Dies kommt einerseits von:

Recurrenzparesen:

Die gefürchtete Recurrenzparese nach einer Schilddrüsenoperation tritt glücklicherweise nicht mehr so häufig auf. Die Recurrenzparese ist eine Lähmung eines oder beider Stimmlippennerven (Nervus recurrenz), welche zu Heiserkeit oder zu Atemnot führen kann. Manche Recurrenzparesen sind unwiderruflich. Bei einer einseitigen Stimmlippenlähmung muss dann die andere Stimmlippe in der Stimmtherapie geschult werden, stärker zu arbeiten, um wieder eine brauchbare Stimmfunktion zu entwickeln. Oft sind die Lähmungserscheinungen auch nur vorübergehend und lassen sich auch durch eine gute Therapie schnell wieder beheben, indem die gesunde Stimmlippe dazu animiert wird, mit ihrer Schwingung die andere Seite anzuregen.

Umstellung der Muskulatur:

Eine andere Schwierigkeit liegt darin, dass Ihre Muskeln sich umstellen müssen. Denn die Einhängemuskulatur des Kehlkopfs hat nun einen kürzeren Weg für ihre Arbeit, da die Schilddrüse (bzw. ein Lappen der Schilddrüse) fehlt, so dass der früher längere Weg eines Muskels der Einhängemuskulatur sich nun kürzer gestaltet.
Auch wenn es tatsächlich zu einer Recurrenzparese gekommen sein sollte, muss sich die Muskulatur umstellen. In diesem Falle muss das beweglich gebliebene Stimmband kompensieren lernen, um näher an die gelähmte Stimmlippe heranzukommen, so dass die Stimme wieder klarer werden kann. Bei nur vorübergehenden Lähmungen (welche oft entstehen, wenn der Nerv lediglich gequetscht ist), ist es sogar extrem wichtig, Stimmtherapie zu machen, um über die Schwingung des gesunden Stimmbandes die gelähmte Seite zum Mitschwingen anzuregen und so schneller zu reaktivieren, damit es gar nicht erst zum Abbau von Muskelmasse im gelähmten Stimmband kommen kann.

Stimmtherapie bei organischen Stimmstörungen – Selbstheilungsprozesse anregen

In der Stimmtherapiepraxis arbeiten wir mit der Stimmig-sein-Methode®. Mit dieser Methode ist es möglich, Selbstheilungsprozesse bzw. Selbstregulationsprozesse der Stimme in Gang zu bringen, welche die unwillkürlich gesteuerte Muskulatur des Kehlkopfes anregen kann, sich neu zu organisieren. Diese Selbstregulation können Sie über eine verbesserte Hörwahrnehmung unter professioneller Anleitung erlernen. Denn über eine verbesserte Klangwahrnehmung (bestimmter Frequenzen) reguliert sich die Stimmfunktion (über neurologische Schleifen) von selbst. Das heißt, die Stimme wird klarer, weicher, voluminöser und brillanter (tragfähiger). Anstrengungsgefühle lösen sich auf.
Bei organischen Schädigungen im Kehlkopf organisieren sich im Rahmen der natürlichen Möglichkeiten des Kehlkopfs die Muskeln neu; Schwellungen können durch das veränderte Schwingungsverhalten der Stimmlippen zurückgehen.
Auch können Sie mit einer Stimmtherapie nach einer Operation angeleitet werden, nicht aus einer Angst vor Stimmproblemen oder wegen evtl. vorhandener Missempfindungen im Hals eine falsche (kompensierte) Stimmtechnik zu entwickeln.

Abbau von Ängsten und (Stimm-) Stress

Auch der Stress, den eine Stimmstörung bzw. eine Operation auslösen kann, kann in der Stimmig-sein-Methode® mitbehandelt werden. In diesem Fall ist es mit der Stimmig-sein- Methode® möglich, über die Stimme Zugang zu seinen Gefühlen zu bekommen und Ängste und damit seinen (Stimm-) Stress wieder abzubauen.

Poltern

Es gibt zwei Formen der Redeflusstörungen – Stottern und Poltern. Von Poltern spricht man bei zu schnellem, verwaschenen Sprechen. Man würde im allgemeinen Sprachgebrauch wohl eher von „Nuscheln“ sprechen.

„Sprich langsamer!“
Wie oft hat man das wohl schon zu hören bekommen. Aber oft hat man das Gefühl, gegen das schnelle Sprechen machtlos zu sein. Viele Polterer haben Angst, nicht zu Wort zu kommen oder haben das Gefühl, so viel zu sagen zu haben, dass es einfach zu schade um die Inhalte ist, die man in so kurzer vorhandener Zeit gar nicht mehr unterbringen kann. In der Stimmig-sein-Methode® schauen wir in einem systemischen Blick darauf, welche Vorteile Ihnen das Poltern bisher (auch) gebracht hat – denn schließlich macht jedes Verhalten einen Sinn. Nicht selten hat man es mit einer ebenfalls sehr schnell sprechenden Umgebung zu tun, die einfach schneller und dominanter spricht als man selbst und dann ist es sehr verständlich, wenn man versucht, in aller Schnelle eben auch noch mal etwas loszuwerden. Aber es ist auch eine schöne Erfahrung mit dem, was man zu sagen hat, auch verstanden zu werden: sich bewusst Raum zu nehmen, seine Stimme und seine Worte nachhaltig erklingen zu lassen. In der Stimmig-sein-Methode® wird zunächst ein großer Stimmklang aufgebaut, der (über eine neurologische Selbstregulation des Körpertonus) auch Einfluss auf die Artikulation nimmt. Dann lernt man, den Stimmklang auch im Text bewusst wahrzunehmen, was die Sprechgeschwindigkeit enorm verlangsamt – man nimmt sich klanglich und inhaltlich Raum. Die psychointegrale Arbeit ist gerade beim Poltern ein seht hilfreiche Unterstützung, um sich klar zu machen, dass man die Zeit seiner Zuhörer – und damit deren Wertschätzung – verdient hat.

Was ist eine Funktionelle Stimmstörung oder Funktionelle Dysphonie / Funtionelle Dysodie?

Eine Funktionelle Dysphonie erkennen Sie daran, wenn die Stimmfunktion nicht harmonisch arbeitet

An der Phonation sind über 100 Muskeln beteiligt.
Da kann man sich vorstellen, dass alles harmonieren muss, damit man ein klanglich gutes Ergebnis erzielt. Bei einer Funktionellen Dysphonie arbeiten manche Muskeln zu wenig. Meist versuchen dies wiederum andere Muskeln auszugleichen, die für diese Aufgabe nicht zuständig sind und daher dieser Aufgabe eigentlich nicht gewachsen sind. Bei der HNO-ärztlichen oder phoniatrischen Untersuchung können natürlich nicht alle an der Phonatoin beteiligten Muskeln untersucht werden. Meist schauen die Ärzte nur mit einem Spiegel oder einer Kamera direkt auf die Stimmlippen und sehen sich die Schwingung des Kehlkopfs an.

Eine hyperfunktionelle Dysphonie erkennen Sie daran,wenn Sie zu angestrengt sprechen

Von einer hyperfunktionellen Dysphonie spricht man dann, wenn die Stimmlippen mit zu viel Wucht bei der Schwingung aufeinander prallen. Der Stimmklang ist laut und gepresst mit einem harten Einsatz am Anfang. Oft neigen die PatientInnen zu einer forcierten Ausatmung, es stellen sich nicht selten Engegefühle im Hals ein und die Stimme hält diese Überanstrengung nicht lange durch: die Stimme ist wenig belastbar, was sich in Stimmermüdung und Heiserkeit äußert.

Eine hypofunktionelle Dysphonie erkennen Sie daran,wenn Sie zu leise oder zu hoch sprechen

Von einer hypofunktionellen Dysphonie spricht man immer dann, wenn die Stimmlippen an irgendeiner Stelle nicht richtig schließen. Ein kompletter Stimmlippenschluss ist aber wichtig, da die Stimmlippen sich für die Stimmlippenschwingung aneinanderlegen müssen, damit ein klarer und kein verhauchter Ton entsteht. Die Tonhaltedauer ist verkürzt, die Stimme klingt überluftet, nicht selten etwas zu nasal. Man kann nicht besonders laut sprechen und wird daher von anderen überhört.

Eine Dysphonia mixta hat beide Symptome und kommt am häufigsten vor

Eigentlich sind die meisten Stimmstörungen eine gemischtfunktionelle Dysphonie. Denn: fast jede(r), der/ die eine Schwäche der Stimmbänder hat, entwicklet eine Kompensation – man fängt an zu pressen, macht den hals enger als es gut tut, strengt die Hals- und Artikulationsmuskulatur über Gebühr an. Es verwundert daher nicht, dass oft bei verschiedenen Patienten, die eigentlich sehr ähnliche Symptome haben, einmal eine hypofunktionelle Dysphonie und einmal eine hyperfunktionelle Dysphonie diagnostiziert bekommen – je nachdem, auf was der Arzt/ die Ärztin vermehrt achtet.

Stimmstörungen bei Sängerinnen und Sängern

Ist es eine Stimmstörung…
…wenn man nicht gut singen kann?
Grundsätzlich nein, aber es gibt Ausnahmen von der Regel. Treten die Stimmprobleme nur beim Singen auf, wird dies in der Regel erst dann als eine Singstimmstörung (Dysodie) angesehen, wenn diese Probleme bei (Berufs-)SängerInnen auftreten, die vorher gut singen konnten und nun nach der Operation Stimmprobleme auftreten. Dann ist eine Wiederherstellung des vorherigen Status über die Krankenkasse möglich. Um eine Verbesserung des Singens bei Arien, Koloraturen, Registerbruch usw. zu erreichen, ist bei SängerInnen mit einer Stimmstörung eine Kombination aus logopädischer Behandlung und selbstbezahltem Gesangsunterricht anzuraten.